Sie sind hier: kredit-vergleich.net > Kredit Lexikon » Zinsen und Zinsformen

Was sind Zinsen und welche Formen gibt es?

Der Zins ist die Gebühr, die ein Schuldner seinem Gläubiger zu zahlen hat, wenn dieser ihm Sachgut oder Geld für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellt. Die Höhe des Zins variiert, je nach wirtschaftlicher Lage und Angebot und Anfrage. Begrifflich muss zwischen Zinssatz, also dem Prozentsatz pro Intervall und Zinsbetrag, dem konkreten Betrag, der sich aus dem vereinbarten Zinssatz ergibt unterschieden werden.

Was sind Kreditzinsen?

Neben der Zurückzahlung des eigentlich verliehenen Kapitals, fallen für den Kredit auch langfristig vereinbarte Zinsen an, die als Gebühr für das Verleihen des Kapitals dienen. Meist werden die Zinsen als Jahreszins und in Prozent per annum (% p.a.) angegeben. Die Höhe der Kreditzinsen hängen von der wirtschaftlichen Situation und der Höhe des verliehenen Kapitals ab. Banken legen den Kreditzins in der Regel in Abhängigkeit von der Kreditwürdigkeit fest. Eine höhere Bonität verhält sich oftmals umgekehrt proportional zu den Kreditzinsen.

Was sind Verzugszinsen?

Spätestens durch das Zustellen der ersten Zahlungserinnerung oder Mahnung, sonst automatisch nach 30 Tagen nach dem Zustelldatum der Rechnung, befindet sich der Schuldner automatisch in Verzug und muss dem Gläubiger Verzugszinsen zahlen, die notfalls auch eingeklagt werden können. Die Höhe der Zinsen beläuft sich meist auf etwa 3-10 %. Gegen das Zahlen der Verzugszinsen kann der Schuldner nicht klagen. Es sei denn der Verzug ist nicht rechtmäßig.

Was sind Bereitstellungszinsen?

Sogenannte Bereitstellungszinsen fallen für einen Kreditnehmer an, wenn der Abruf oder die Auszahlung des Kreditbetrages zu einem späteren Zeitpunkt als vereinbart erfolgt. Dies kann der Fall sein, wenn sich der Kauf einer Immobilie aufgrund von besonderen Umständen verzögert.

Zinsen für die spätere Bereitsstellung des Kredites spielen i.d.R. nur bei Immobilienkrediten eine Rolle. Begründet werden Zinsen für die Bereitstellung damit, dass der Bank selbst Zinsgewinne entgehen, da die Kreditlaufzeit faktísch später beginnt.

Beispiel: Ist die Auszahlung des Darlehens für Ende Oktober vereinbart, Sie fordern den Betrag aber erst Ende November an, kann die Bank für einen Monat Bereitstellungszinsen berechnen, wenn dies im Kreditvertrag vereinbart wurde.

Tipp: Vereinbaren Sie mit Ihrem Immobilienfinanzierer bei Vertragsabschluss gleich eine längere Abruffrist und verhandeln Sie auch die Höhe der Zinsen für die Bereitstellung nach.

variabler Zins

Der variable Zins beschreibt die Gebühr, die ein Schuldner seinem Gläubiger zu zahlen hat, wenn dieser ihm Sachgut oder Geld für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellt. Der Zinssatz wird meist regelmäßig den aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. Die Zinsanpassung kann halbjährlich oder jährlich, oder auch unregelmäßig stattfinden.

Im Bereich der Geldanlage Tagesgeld wird der variable Zins beispielsweise ebenfalls genutzt. Hierdurch steht den Banken jederzeit frei, den angegebenen Zinsatz nach oben oder unten hin anzupassen. In Kombination mit einer Zinsgarantie ist das jedoch nicht möglich.

Nominalzins

Der Nominalzins ist der Zins, den der Kreditnehmer jährlich für sein Darlehen zu zahlen hat. Er wird vom Kreditnehmer und Kreditgeber in einem Kreditvertrag oder einer Finanzierungsvereinbarung festgelegt. Eine Berücksichtigung von Kreditnebenkosten findet dabei nicht statt. Der Nominalzins ergibt also verrechnet mit der Bearbeitungsgebühr und dem Auszahlungskurs den Effektivzins für ein Darlehen oder einen Kredit.

Effektivzins

Der Effektivzins, oder effektive Jahreszins stellt die jährlichen Gesamtkosten eines Kredites dar und wird als jährlicher Prozentsatz angegeben. Oft wird er auch als Rendite bezeichnet. Üblicherweise wird die Höhe des Zinses durch Faktoren wie Nominalzins, Bearbeitungsgebühren oder Auszahlungskurs bestimmt. Wenn die Konditionen des Kredits über die gesamte Laufzeit festgelegt sind, spricht man vom „effektiven Jahreszins“, wenn sich diese ändern können wird er als „anfänglicher effektiver Jahreszins“ bezeichnet.

Prozentsatz

Die Angabe eines Prozentsatzes dient vor allem dem Vergleichbarmachen von Größenangaben. Die Größen werden dadurch zu einem vergleichbaren Grundwert ins Verhältnis gesetzt und reduzieren somit die Komplexität bestimmter Zahlen. Meist werden sie mit dem Symbol % angegeben. Die Prozentrechnung stammt aus der Mathematik, findet heute aber Verwendung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Systems. Im Bereich der Kredite und Finanzierungen lassen sich durch den Prozentsatz Nominal- und Effektivzinsen einfacher vergleichen.