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Inhalte der Verbraucherkreditrichtlinie

ratgeber Die seit 11.06.2010 geltende Verbraucherkreditlinie soll der Belebung des Wettbewerbes und der Harmonisierung des europäischen Verbraucherkreditmarktes dienen. Sie gilt für Privatkundendarlehen zwischen 200 und 75.000 Euro, einschließlich Dispo- und Überziehungskrediten. Ausgenommen sind zinslose Darlehen und Förderkredite.

Wichtige Regelungen in der Verbraucherkreditrichtlinie

Oberstes Ziel ist es, den Verbraucher besser vor Lockangeboten der Banken zu schützen. Und das soll durch folgende Regelungen erreicht werden:

1. Die Informationspflichten bei Werbemaßnahmen durch die Kreditinstitute wurden verschärft. Anzugeben sind: Nettodarlehensbetrag, Sollzinssatz, effektiver Jahreszins und sämtliche Kreditkosten, einschließlich der mit einer Restschuldversicherung verbundenen Kosten. Eine realistische Beispielrechnung muss diese Angaben unterlegen. Es darf nicht mehr mit einem günstigen "Schaufensterzins" geworben werden, sondern nur mit dem Zinssatz, den mindestens zwei Drittel aller Kreditnehmer erhalten.

2. Verbindliche Informationen auf einem Standardformblatt ermöglichen vor Vertragsabschluss erstmals europaweite Vergleiche. Außerdem müssen dem Kunden seine finanzielle Belastung, Details zur Vorfälligkeitsentschädigung und andere Vertragsbedingungen verständlich erläutert werden.

3. Die Widerrufsfrist von 14 Tagen gilt nur, wenn die Widerrufsbelehrung unmittelbar nach Vertragsabschluss erfolgte und der Darlehensnehmer alle vorgeschriebenen Pflichtangaben erhalten hat. Ansonsten verlängert sich die Widerrufsfrist auf einen Monat.

4. Kredite können jederzeit ganz oder teilweise vorfristig zurückgezahlt werden. Die für die Bank angemessene Vorfälligkeitsentschädigung darf 1 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Kreditbetrags je nach Restlaufzeit des Kreditvertrages nicht überschreiten.

5. Die neue Richtlinie sieht Sanktions- und Stornierungsmöglichkeiten für die Kunden vor, wenn die gesetzlichen Mindestanforderungen durch die Kreditinstitute nicht eingehalten werden.

Was der Kreditsuchende davon hat

Vorteile der neuen Verbraucherkreditrichtlinie sind: mehr Transparenz, ein besserer Überblick und aussagekräftigere Informationen für die Verbraucher. Europaweit sind Mindeststandards und Informationspflichten einheitlich vorgegeben.

Trotzdem bleibt den Banken noch genügend Spielraum für unverständliche Fußnoten. Diese Rechtsvorschrift bietet nach wie vor keinen ausreichenden Schutz vor Überschuldung. Die Kriterien für die Prüfung der Bonität durch die Kreditgeber bleiben für Kunden nicht nachvollziehbar.